Schneeballsystem Pyramidenspiel – Was ist das genau?
Man spricht dann von Schneeballsystemen oder Pyramidenspielen, wenn man von jemanden zu einem Geschäft, einem Geschenk oder zum Kauf eines Produktes geworben wurde und man vorausetzt, dass derjenige neue Partner, Kunde, Gewinner oder wie immer die Person benannt wird, wieder mindestes einen oder mehrere ihm bekannte Personen aus der Familie oder dem engsten Bekanntenkreis dazu animiert das selbe zu machen, zu kaufen, zu zahlen um die eigene Provision, Marge oder sonstigen Verdienst wieder reinzubekommen. Selbstverständlich ist es so, dass die Erfinder des Systems bei jedem neuen Partner profitieren.
Im Gegensatz dazu steht Network Marketing, das öfters von Laien mit den oben beschriebenen Schneeball – und Pyramiden Systemen verwechselt wird, denn dort verdienen die Erfinder des Systemes nur dann bei einem neuen Partner mit, wenn Sie selber aktiv sind. Denn zu Provisionen kommt man nur, wenn Differenzen aus Bonusstufen entstehen, das bedeutet: Je mehr jemand arbeitet, desto mehr verdient er. Selbstverständlich profitiert auch hier jemand der neue Partner gewinnt, aber nur dann wenn man diesem hilft das Geschäft aufzubauen, die Produkte erklärt und Schulungen durchführt um den neuen Partnern das Business zu lernen. Nur dann ist auf Dauer gewährleistet, dass man im Team Einkommen erwirtschaftet.
Hier ein paar Beispiele wie Network Marketing funktioniert.
- www.network-erfolg.net
- www.network-21.at
- www.orgasmus-energy-drink.at
- www.gold-sparplan.at
Viel Spass!

Eion wenig genauer, bittesehr, wenn Sie sich denn schon zu diesem Thema äußern!
Was ist ein Schneeballsystem genau? In der Juristensprache wird von „progressiver Kundenwerbung“ gesprochen. Gesetzliche Grundlage ist § 16 Abs. 2 UWG (Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb):
„Wer es im geschäftlichen Verkehr unternimmt, Verbraucher zur Abnahme von Waren, Dienstleistungen oder Rechten durch das Versprechen zu veranlassen, sie würden entweder vom Veranstalter selbst oder von einem Dritten besondere Vorteile erlangen, wenn sie andere zum Abschluss gleichartiger Geschäfte veranlassen, die ihrerseits nach der Art dieser Werbung derartige Vorteile für eine entsprechende Werbung weiterer Abnehmer erlangen sollen, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.“
(Quelle: http://www.gesetze-im-internet.de/uwg_2004/__16.html)
Im englischsprachigen Raum bezeichnet man Schneeballsysteme bzw. progressive Kundenwerbung als „Pyramid scheme“ oder auch „Ponzi scheme“. Der letzte Begriff verdankt seinen Namen Charles Ponzi, der dieses System berühmt-berüchtigt gemacht hat (vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Charles_Ponzi).
Der Jurist Dr. Hans-Jürgen Buchmüller von der Gütersloher Kanzlei Brandi Rechtsanwälte erläutert, wie der Gesetzestext zu verstehen ist:
“Kennzeichen progressiver Kundenwerbung ist unter anderem – aber in erster Linie – wenn ein Vertriebssystem darauf angelegt ist, massiv in die eigene Beraterschaft zu verkaufen.”
(Quelle: http://www.szene-insider.com/viewtopic.php?t=301)
Ein nicht zu beanstandendes MLM-Geschäft sei auf den Warenverkauf an den Endverbraucher konzentriert, führt Buchmüller aus. Ein solches, korrektes System kenne keine Abnahmepflichten, gewähre Rückgaberechte für nicht absatzfähige Waren, lasse Eigenerwerb des Beraters provisions- wie aufstiegsneutral und fordere für den Beitritt zum System keinen “Einstiegspreis”, allenfalls den Erwerb einer Beratergrundausstattung zum Selbstkostenpreis.
Viele MLM-Systeme kaschieren den Schneeballcharakter recht geschickt und sind somit nicht ohne weiteres juristisch angreifbar. In der Praxis sind nicht wenige von ihnen mehr oder weniger nur Konsumentennetzwerke, bei denen die Vertriebler die besten Kunden sind.